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25. März 2026

Vom Angestellten zum Freelancer: die ersten 90 Tage

Was in den ersten drei Monaten der Selbstständigkeit wirklich zählt und was du getrost aufschieben kannst. Eine Checkliste ohne Geschwafel: Kunden, Preis, Werkzeuge, Rhythmus.

freelancebeginnerproductivity

Der Wechsel vom Büro in die Selbstständigkeit ist wie ein Sprung aus dem fahrenden Zug: erst scheint es langsam, dann beschleunigt es plötzlich. Die meisten Ratgeber überfrachten dich mit Überflüssigem: „finde deine Nische”, „bau eine Personal Brand auf”, „richte ein CRM ein”. In den ersten 90 Tagen ist das nicht entscheidend. Entscheidend ist etwas Einfacheres und Härteres.

Tag 1–15: stell sicher, dass der Geldfluss nicht stoppt

Der erste Anfängerfehler: kündigen und erst danach Kunden suchen. Der zweite: fünf Projekte gleichzeitig annehmen, „solange die Nachfrage da ist”, und alle vermasseln.

Was zu tun ist:

  • Ein bis zwei verlässliche Kunden zum Start sind besser als fünf „vielleicht”.
  • Wenn dein bisheriger Arbeitgeber nichts gegen einen Vertrag auf Teilzeitbasis hat — das ist deine Absicherung für 2–3 Monate.
  • Ein finanzielles Polster für 3 Monate — das Minimum.

Was du aufschieben kannst: Social Media, ein Portfolio mit 50 Arbeiten, die perfekte Website. Das macht man parallel zur Arbeit, nicht davor.

Tag 16–30: leg deinen Satz fest. Nicht später.

Der erste Impuls ist, jeden Preis zu akzeptieren, Hauptsache, ein Kunde kommt. Das ist eine langfristige Falle: Kunden, die wegen eines niedrigen Satzes kamen, gehen nicht, wenn du ihn anheben willst. Du kündigst sie dann einfach selbst.

Grundformel:

Gewünschter Monatsbetrag × 1,4 (Steuern + Abgaben + Puffer)
──────────────────────────────────────────────────────────  = Stundensatz
Tatsächlich produktive Stunden im Monat (~120–140)

Du willst 3.000 € netto im Monat? 3.000 × 1,4 / 130 ≈ 32 € pro Stunde. Und das ist das Minimum für den Anfang — kein Zielsatz.

Damit du nicht von Hand rechnen musst, berechne deinen Satz im Rechner — unter Berücksichtigung von Steuern, Urlaub und abrechenbaren Stunden, in jeder von 49 Währungen.

Häufige Stolperfallen:

  • „Ich nehme einen niedrigeren Satz, solange ich Erfahrung sammle” — nein. Auch im Job zahlt man dir für das Ergebnis, nicht für Erfahrung. Genauso im Freelancing.
  • „Dieser Preis ist sowieso niedriger als ein Festgehalt” — nicht für dich. Du bekommst keinen bezahlten Urlaub, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und keine Technik von der Firma mehr. Der Satz muss das ausgleichen.

Tag 31–60: richte einen minimalen Arbeitsablauf ein

Kein CRM, kein Notion mit 12 Datenbanken. Das Minimum ist:

  1. Ein Kalender — für Termine, Deadlines, Erinnerungen.
  2. Ein Zeit-Tracker — damit du nach einem Monat weißt, wie viel du wirklich gearbeitet hast und wem du was berechnen musst.
  3. Ein Werkzeug für Nachweise/Rechnungen — damit du sie nicht von Hand in Word machst.
  4. Ein Weg, Zahlungen zu empfangen — dein Geschäftskonto / deine IBAN.

Das war’s. Ohne CRM, Slack-Kanäle und Trello-Boards. In einem halben Jahr, wenn es 8+ Kunden werden, hängst du noch etwas dran.

Minteo deckt die Punkte 2 und 3 an einem Ort ab — genau das ist sein Hauptwert für Einsteiger.

Tag 61–90: schau, was wirklich funktioniert

Nach drei Monaten hast du bereits Daten:

  • Wie viele Stunden du verkauft hast
  • Welcher Kunde pünktlich zahlte und welcher sich zieht
  • Welche Art von Arbeit du magst und welche dich auslaugt
  • Ob dein Satz wirklich reicht

Triff 2–3 Entscheidungen:

Entscheidung 1: der Satz. Wenn du gerade über 80 % deiner Zeit ausgelastet bist — erhöhe den Satz um 20–30 %. Diejenigen, die das abschreckt, hättest du ohnehin nicht alle bedienen können.

Entscheidung 2: welcher Kunde „deiner” ist. Unter denen, mit denen du drei Monate gearbeitet hast — wen willst du behalten? Genau das ist dein Profil, suche mehr davon.

Entscheidung 3: welche Art von Arbeit du nicht mehr annimmst. Meist ist es entweder die billigste Arbeit oder die nervlich anstrengendste. Sag „nein” und komm nicht zurück.

Was du in den ersten 90 Tagen NICHT tun solltest

  • Gründe keine GmbH. Die einfache Selbstständigkeit reicht.
  • Stelle keinen Assistenten ein. Das ist eine Aufgabe für 6–12 Monate später.
  • Kauf keinen Kurs „Wie du in 30 Tagen Top-Freelancer wirst”. In der Regel kennst du dein Handwerk ohnehin — dir fehlen nicht Kenntnisse, sondern Kunden.
  • Vergleich dich nicht mit jemandem, der seit 5 Jahren freelanct. Das ist unfair dir gegenüber.

Fazit

Die ersten 90 Tage drehen sich nicht um „Markenstrategie”. Sie drehen sich darum, zu überleben, einen einfachen Rhythmus einzurichten und Daten zu sammeln. Der Rest kommt von allein.

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